{"id":860,"date":"2021-10-22T10:02:48","date_gmt":"2021-10-22T09:02:48","guid":{"rendered":"https:\/\/www.buergerforum-europa.at\/?p=860"},"modified":"2021-10-22T15:38:50","modified_gmt":"2021-10-22T14:38:50","slug":"gastkommentar-von-martin-rohla-wie-wir-das-klima-retten-und-die-wirtschaft-staerken","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.buergerforum-europa.at\/el\/gastkommentar-von-martin-rohla-wie-wir-das-klima-retten-und-die-wirtschaft-staerken\/","title":{"rendered":"&#8221;Wie wir das Klima retten und die Wirtschaft st\u00e4rken&#8221; &#8211; Gastkommentar von Martin Rohla"},"content":{"rendered":"<p class=\"qtranxs-available-languages-message qtranxs-available-languages-message-el\">\u03a3\u03c5\u03b3\u03b3\u03bd\u03ce\u03bc\u03b7,\u03b1\u03c5\u03c4\u03ae \u03b7 \u03b5\u03b3\u03b3\u03c1\u03b1\u03c6\u03ae \u03b5\u03af\u03bd\u03b1\u03b9 \u03b4\u03b9\u03b1\u03b8\u03ad\u03c3\u03b9\u03bc\u03b7 \u03bc\u03cc\u03bd\u03bf \u03c3\u03c4\u03b1 <a href=\"https:\/\/www.buergerforum-europa.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/860\" class=\"qtranxs-available-language-link qtranxs-available-language-link-de\" title=\"Deutsch\">Deutsch<\/a>.<\/p><p><\/p>\n<h4 class=\"lead\">Die dringend notwendige Transformation der Wirtschaft er\u00f6ffnet eine ganze Reihe neuer \u201egr\u00fcner\u201c Marktchancen.<\/h4>\n<p><a href=\"https:\/\/www.diepresse.com\/6050419\/wie-wir-das-klima-retten-und-die-wirtschaft-starken?from=rss\"><span class=\"circled circled-1\">Zum Artikel auf diepresse.com<\/span><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u00d6sterreich steigt nun als eines der letzten langj\u00e4hrigen EU-Mitglieder in die CO2-Bepreisung ein. Das ist ein, wenn auch sp\u00e4ter, historischer Moment. Milliarden werden in den kommenden Jahren bewegt, um die Wirtschaft in Richtung eines verantwortungsvollen Agierens zu steuern. Ein wahrhaft gro\u00dfer Schritt, auch wenn momentan vor allem noch prim\u00e4r dar\u00fcber diskutiert wird, wie viel Taschengeld jeder k\u00fcnftig vom Staat bekommt, um sich die gestiegenen Heiz- und\/oder Benzinkosten besser leisten zu k\u00f6nnen. Nichts gegen eine Debatte \u00fcber den richtigen sozialen Ausgleich. Alles daf\u00fcr, dass der Einstieg in die Klimapolitik nicht zum Bumerang wird und eine Gelbwesten-Bewegung provoziert.<\/p>\n<p>Was bei aller gebotenen Sensibilit\u00e4t aber nicht \u00fcbersehen werden darf: Die vielen praktischen Details d\u00fcrfen nicht den Blick auf das gro\u00dfe Ganze verstellen. Die \u00d6kologisierung unserer Wirtschaft ist ein Jahrhundertprojekt im Weltma\u00dfstab.<\/p>\n<p>Aber, Entwarnung, hier kommt kein katastrophenschwangerer Weckruf \u201eEs ist schon f\u00fcnf nach zw\u00f6lf\u201c. Unser Ansatz im B\u00fcrgerInnen Forum Europa ist es, Wirtschaft und Umwelt zusammen zu denken. Es gibt kein Entweder-oder. Unser Ziel: Gemeinsam mit den \u00d6sterreicherInnen den konkretesten Beitrag zur Debatte \u00fcber die Zukunft Europas zu liefern. Dabei zeichnen wir eine Vision f\u00fcr Europa, die uns in allen Bereichen zukunftsfit macht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4><span class=\"underlined underlined-1\">Wir sind schon weiter<\/span><\/h4>\n<p>Denn es gibt auch viele Good News und Signale, dass wir auf diesem Weg schon weiter sind, als gemeinhin gel\u00e4ufig ist. Der \u00dcbergang zu einer nachhaltig agierenden Gesellschaft ist nicht nur eine dringende Herausforderung, sondern auch eine gro\u00dfe Chance. Das entdecken in riesengro\u00dfen Schritten gerade auch KonsumentInnen und Unternehmen.<\/p>\n<p>2015 haben sich 193 L\u00e4nder am Sitz der UNO in New York auf 17 Sustainable Development Goals verst\u00e4ndigt: Messbare und ineinandergreifende Ziele f\u00fcr nachhaltige Entwicklung, um die Welt auf zuk\u00fcnftige Herausforderungen und die gr\u00fcne Wende bis 2030 vorzubereiten. Seit Einf\u00fchrung der SDG-Goals ist die EU f\u00fchrend im Kampf gegen den Klimawandel. Die Vision, bis 2050 der erste klimaneutrale Kontinent zu werden, ist durch Unternehmergeist und Zusammenarbeit auf allen Gesellschaftsebenen keine Utopie mehr, sondern ganz realistisch umsetzbar.<\/p>\n<p>Der EU Green Deal soll bis 2030 rund eine Billion Euro mobilisieren, um die Netto-Treibhausgasemissionen um mindestens 55 Prozent gegen\u00fcber dem Niveau von 1990 zu reduzieren, neue gr\u00fcne Arbeitspl\u00e4tze zu schaffen und nachhaltige Gesch\u00e4ftsmodelle zu unterst\u00fctzen. Trotz Bev\u00f6lkerungs- und Wirtschaftswachstum wurden die Treibhausgas-Emissionen in der EU zwischen 1990 und 2020 bereits durchschnittlich um zwei Prozent pro Jahr gesenkt \u2013 das ist gro\u00dfartig, aber noch nicht ausreichend. Um Hans Rosling zu zitieren: \u201eEine Sache kann gleichzeitig viel besser und schlecht sein.\u201c<\/p>\n<p>Branchen\u00fcbergreifend ist die Verbrennung fossiler Brennstoffe mit 80 Prozent der Emissionen die gr\u00f6\u00dfte Quelle von Treibhausgasen, weshalb die Dekarbonisierung ganz oben auf der EU-Agenda steht. Der Anteil erneuerbarer Energie in der EU liegt derzeit bei 15 Prozent, \u00d6sterreich belegt mit 33 Prozent einen EU-weiten Spitzenplatz. Mit dem Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz soll die klimaneutrale Energiewirtschaft in \u00d6sterreich bereits 2040 erreicht werden \u2013 also zehn Jahre vor dem EU-Ziel.<\/p>\n<p>Der Verkehr tr\u00e4gt zu rund einem Drittel der CO2-Emissionen in der EU bei. Der Umstieg auf emissionsfreie und intelligente Mobilit\u00e4t ist spielentscheidend. E-Mobilit\u00e4t befindet sich noch in einer fr\u00fchen Phase, und es wird dauern, bis Wertsch\u00f6pfungsketten angepasst werden. Aber wir m\u00fcssen uns nur die aktuellen Kampagnen aller gro\u00dfen Autohersteller anschauen: Schon in wenigen Jahren wird es kaum mehr Verbrenner auf den Stra\u00dfen geben. Ein Teil der Umstiegskosten soll durch j\u00e4hrlich steigende CO2-Steuern f\u00fcr Stra\u00dfen-, Luft- und Wasserverkehr gef\u00f6rdert werden. Das ist ein Impetus f\u00fcr die Entwicklung innovativer Mobilit\u00e4tskonzepte und Gesch\u00e4ftsmodelle, die eine attraktive Alternative bieten.<\/p>\n<p>Industrie und Handel sind nach dem Verkehr der zweitgr\u00f6\u00dfte Treibhausgasemittent. \u00d6kobilanzen auf Industrie-, Firmen- und Produktebene tragen schon jetzt dazu bei, CO2-Einsparungspotenziale und neue Gesch\u00e4ftschancen zu identifizieren. Dass Greenwashing sehr kurze Beine hat, haben mittlerweile schon alle gro\u00dfen Unternehmen erkannt. Da die Europ\u00e4ische Union ein wichtiger globaler Absatzmarkt ist, haben diese Initiativen einen positiven Einfluss auf Zulieferer aus anderen Kontinenten. Zumal die EU plant, die Einfuhr CO2-intensiver Produkte mit entsprechenden Z\u00f6llen zu sanktionieren.<\/p>\n<p>Branchen\u00fcbergreifend spielt aber die Lebensmittelwertsch\u00f6pfungskette die wichtigste Rolle zur Erreichung der Klimaneutralit\u00e4t. Dementsprechend ist ein Drittel des Budgets im Green Deal f\u00fcr die Strategie \u201eVom Hof auf den Tisch\u201c reserviert. Diese Transformation er\u00f6ffnet eine Reihe neuer \u201egr\u00fcner\u201c Marktchancen, angefangen bei Regionalit\u00e4t und Abfallvermeidung bis zur Entwicklung innovativer Produkt-, Verpackungs- und Vertriebskonzepte. Eines unserer Projekte in der Goodshares, der \u201eKastlgreissler\u201c, revolutioniert z. B. gerade h\u00f6chst erfolgreich die Nahversorgung in l\u00e4ndlichen Gemeinden. Zudem reizen entsprechende EU-F\u00f6rderungen zu Investitionen in alternative L\u00f6sung zur CO2-Aufnahme und -Speicherung.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4><span class=\"underlined underlined-2\">Greenwashing wird schwerer<\/span><\/h4>\n<p>Die Wirtschaftsexperten von Bloomberg sch\u00e4tzen, dass sich nachhaltiges Investment in den vergangenen zehn Jahren auf rund 500 Milliarden Euro verdoppelt hat. Die n\u00e4chsten zehn Jahre versprechen ein Vielfaches dieser Summe zu mobilisieren. Bereits heute aktivieren die Finanzierungszusagen des Green Deal und SDG-orientierte Investment-Portfolios der Big Banks und gro\u00dfen VCs stratosph\u00e4rische Billionen-Betr\u00e4ge.<\/p>\n<p>Greenwashing durch oberfl\u00e4chliche Projekte, die nur das Firmenimage aufpolieren sollen, wird zunehmend schwerer. Staatliche und private Kapitalgeber (und vor allem die KonsumentInnen!) legen erh\u00f6ht Wert auf konkrete, messbare SDG-Leistungen, transparente Marken und Produkte. In Europa war es noch nie so leicht, bei den \u201egr\u00fcnen\u201c Apples und Facebooks von morgen vorn mit dabei zu sein. \u00dcberall in der EU werden \u00f6ffentliche Mittel mit \u201egr\u00fcnen Schn\u00fcren\u201c vergeben, um in eine nachhaltige Zukunft zu investieren. Ein erstes Ergebnis kann sich sehen lassen: Fast die H\u00e4lfte der 100 nachhaltigsten Unternehmen der Welt haben ihren Sitz in Europa.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>In einer vernetzten globalen Gesellschaft, die vor gro\u00dfen Herausforderungen steht, ist die Vorbildrolle der EU-B\u00fcrgerInnen wichtiger denn je. Die Vision, bis 2050 der erste klimaneutrale Kontinent zu werden, ist nicht nur eine Verpflichtung gegen\u00fcber zuk\u00fcnftigen Generationen. Sie birgt auch viele Chancen f\u00fcr Wirtschaft und innovative UnternehmerInnen.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u03a3\u03c5\u03b3\u03b3\u03bd\u03ce\u03bc\u03b7,\u03b1\u03c5\u03c4\u03ae \u03b7 \u03b5\u03b3\u03b3\u03c1\u03b1\u03c6\u03ae \u03b5\u03af\u03bd\u03b1\u03b9 \u03b4\u03b9\u03b1\u03b8\u03ad\u03c3\u03b9\u03bc\u03b7 \u03bc\u03cc\u03bd\u03bf \u03c3\u03c4\u03b1 Deutsch. Die dringend notwendige Transformation der Wirtschaft er\u00f6ffnet eine ganze Reihe neuer \u201egr\u00fcner\u201c Marktchancen. Zum Artikel auf diepresse.com &nbsp; \u00d6sterreich steigt nun als eines der letzten langj\u00e4hrigen EU-Mitglieder in die CO2-Bepreisung ein. Das ist ein, wenn auch sp\u00e4ter, historischer Moment. 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