{"id":688,"date":"2021-07-05T13:57:29","date_gmt":"2021-07-05T12:57:29","guid":{"rendered":"https:\/\/www.buergerforum-europa.at\/?p=688"},"modified":"2021-07-05T14:03:05","modified_gmt":"2021-07-05T13:03:05","slug":"ulrike-lunacek-im-madonna-interview","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.buergerforum-europa.at\/fr\/ulrike-lunacek-im-madonna-interview\/","title":{"rendered":"Ulrike Lunacek im Madonna-Interview"},"content":{"rendered":"<p class=\"qtranxs-available-languages-message qtranxs-available-languages-message-fr\">D\u00e9sol\u00e9, cet article est seulement disponible en <a href=\"https:\/\/www.buergerforum-europa.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/688\" class=\"qtranxs-available-language-link qtranxs-available-language-link-de\" title=\"Deutsch\">Deutsch<\/a>.<\/p><p>Sie sind, wie Othmar Karas, Mercedes Echerer oder auch Christian Kern, Teil des B\u00fcrgerinnen Forums Europa (Info: buer&shy;gerforum-europa.at, Anm.). Als langj\u00e4h&shy;rige Europapolitikerin musste man Sie wahrscheinlich nicht zweimal bitten mit&shy;zumachen.<\/p>\n<p>LUNACEK: Nein. Im Forum geht es dar&shy;um, bis zum Europatag 2022 am 9. Mai in \u00d6sterreich zu f\u00fcnf verschiedenen The&shy;menbereichen Dialoge mit den B\u00fcrge&shy;rinnen und B\u00fcrgern zu f\u00fchren. Die erste Phase unter dem Stichwort \u201eInnovati&shy;on\u00a0\u00bb l\u00e4uft bereits, aktuell im Juni aller&shy;dings noch virtuell. Wir hoffen stark, dass wir beim n\u00e4chsten Themenbereich \u201eWirtschaft und Umwelt\u00a0\u00bb im Juli und August wieder echte Veranstaltungen abhalten k\u00f6nnen werden. Im letzten EU&shy;Barometer hat sich gezeigt, dass die Zu&shy;stimmung f\u00fcr die EU hierzulande am unteren Ende aller Mitgliedsstaaten ist. Und das m\u00f6chte ich ge\u00e4ndert wissen. Was ist das Ziel der Initiative? LUNACEK: Es gibt diese \u00fcberparteiliche Plattform schon seit mehr als zehn Jah&shy;ren, aber Gr\u00fcndungsmitglied Othmar Karas wollte sie neu aufstellen, auch weil die Zustimmung zur EU in \u00d6ster&shy;reich so drastisch gesunken ist.Und weil Reformen dringend notwendig sind wie zum Beispiel, dass man in Zukunft zum Thema Steueroasen nicht immer Einstimmigkeit bei Rats-Beschl\u00fcssen braucht. Aktuell ist es ja noch so, dass Steueroasen innerhalb der EU wie Ir&shy;land, Malta oder Luxemburg sich leicht gegen Steuererh\u00f6hungen f\u00fcr internatio&shy;nal agierende Konzerne wie Google oder Amazon wehren k\u00f6nnen. Durch die Eiden-Initiative geht jetzt etwas weiter, aber damit es in der EU zu ent&shy;sprechenden Vertrags\u00e4nderungen kommt, braucht es noch mehr Druck von den B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrgern. Das und einiges mehr wollen wir im Dialog erarbeiten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Vielleicht auch im Bereich etwaiger Sank&shy;tionen gegen\u00fcber Staaten wie Ungarn, wo erst letzte Woche ein Gesetz erlassen wurde, das Aufkl\u00e4rung im Bereich LGBTQ verbietet. Inwiefern bereiten Ihnen sol&shy;che Entwicklungen Sorge?<\/p>\n<p>LUNACEK: Sehr. Ich war in meiner akti&shy;ven Zeit als Politikerin in den \u00f6stlichen Mitgliedsstaaten regelm\u00e4\u00dfig bei den Regenbogenparaden mit dabei. Und vie&shy;lerorts ist die Situation f\u00fcr LGBTI-Per&shy;sonen besser geworden. In den balti&shy;schen Staaten sind wir vor zehn Jahren noch mit Eiern und Paradeisern bewor&shy;fen worden, das ist heute nicht mehr so. Aber aktuell merken wir bei L\u00e4ndern wie Polen oder Ungarn, wie dort seitens rechtspopulistischer Politiker, meistens M\u00e4nner, aber durchaus auch Frauen, ge&shy;meinsam mit katholischen Fundamen&shy;talisten und Anti-Europ\u00e4ern Stimmung gegen Gleichstellungspolitik gemacht wird. Es ist so absurd zu verbieten, dass an Schulen oder Bildungseinrichtungen nicht \u00fcber Lesben, Schwule, Bisexuelle, Trans- oder Inter-Personen gesprochen werden darf! Wir sind \u00fcberall! Ich war 1995 die erste Politikerin, die in \u00d6ster&shy;reich zu ihrem Lesbischsein gestanden ist &#8211; offen schwule Politiker gab es da&shy;mals auch keine. Es gibt uns aber in jeder Gesellschaft, in jeder Partei, in jedem Sportverein, in jeder Religion &#8211; und wenn man sich die katholische Kirche anschaut, sollte die mal damit anfangen, vor der eigenen Haust\u00fcr zu kehren. Um es in der christlichen Diktion zu sagen: Wir sind Teil der Sch\u00f6pfung. Mich er&shy;z\u00fcrnt diese Heuchelei sehr, weil sie ein so offensichtlicher Machtmissbrauch populistischer Kr\u00e4fte ist, die sich in Richtung Autokratie bewegen. Hass und Spaltung betreffen in so einem Fall dann aber nicht nur diverse Minderheiten, sondern die gesamte Gesellschaft. Und dem steht das Prinzip der Europ\u00e4ischen Union entgegen: Kooperation statt Kon&shy;frontation, gemeinsam L\u00f6sungen fin&shy;den. Das braucht man in jeder Familie und in jedem Job, genauso wie in der De&shy;mokratie. Man muss Fehler eingestehen und Kritik einstecken k\u00f6nnen. Wenn das in der Politik nicht mehr m\u00f6glich ist, leben wir in einer Autokratie.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.buergerforum-europa.at\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Lunacek_Interview_Madonna.pdf\">Zum gesamten Interview von unserer Obmann-Stellvertreterin Ulrike Lunacek in \u00ab\u00a0MADONNA\u00a0\u00bb.<\/a><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>D\u00e9sol\u00e9, cet article est seulement disponible en Deutsch.Sie sind, wie Othmar Karas, Mercedes Echerer oder auch Christian Kern, Teil des B\u00fcrgerinnen Forums Europa (Info: buer&shy;gerforum-europa.at, Anm.). Als langj\u00e4h&shy;rige Europapolitikerin musste man Sie wahrscheinlich nicht zweimal bitten mit&shy;zumachen. LUNACEK: Nein. Im Forum geht es dar&shy;um, bis zum Europatag 2022 am 9. 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