{"id":980,"date":"2022-05-23T22:30:57","date_gmt":"2022-05-23T21:30:57","guid":{"rendered":"https:\/\/www.buergerforum-europa.at\/?post_type=themenkapitel&#038;p=980"},"modified":"2022-05-27T17:27:10","modified_gmt":"2022-05-27T16:27:10","slug":"europaeischer-forschungs-bildungsraum","status":"publish","type":"themenkapitel","link":"https:\/\/www.buergerforum-europa.at\/sv\/themenkapitel\/europaeischer-forschungs-bildungsraum\/","title":{"rendered":"Europ\u00e4ischer Forschungs- &#038; Bildungsraum"},"content":{"rendered":"<p style=\"font-weight: 400;\">Europa ist ein forschungs- und innovationsintensiver Kontinent. Bei einem Anteil an der Weltbev\u00f6lkerung von rund 7 %, werden rund 20 % der weltweiten Investitionen in Forschung und Entwicklung get\u00e4tigt und ein Drittel aller exzellenten wissenschaftlichen Publikationen ver\u00f6ffentlicht. Der Wettbewerb um die besten K\u00f6pfe, die tollsten Innovationen, die durch Unternehmensgr\u00fcndungen zu wirtschaftlichem und gesellschaftlichem Wohlstand f\u00fchren, ist gro\u00df und Programme wie Horizon Europe leisten einen wesentlichen Beitrag zur Positionierung Europas als Forschungs- und Innovationsstandort. Viele europ\u00e4ische L\u00e4nder investieren viel in Forschung und Innovation, aber die Ausgangs- und Rahmenbedingungen f\u00fcr Wissenschaft, Forschung und Innovation sind in den EU-Mitgliedsl\u00e4ndern sehr unterschiedlich und mehrere Mitgliedsstaaten haben auch starken Nachholbedarf in Richtung europ\u00e4ischer Leader im Bereich von Forschung und Innovation.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\n<p style=\"font-weight: 400;\">Daher sind Aufschwung, Digitalisierung, Innovation, gr\u00fcnes Wachstum, Besch\u00e4ftigung und Wohlstand f\u00fcr die B\u00fcrgerInnen Europas auch zentrale strategische Ziele, die hinter dem 1,8 Billionen Euro EU-Haushaltsbudget f\u00fcr den Zeitrahmen 2021 bis 2027 stehen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\n<p style=\"font-weight: 400;\">Gewichtige F\u00f6rderprogramme wie Horizon Europe sollen dazu beitragen, Europa im globalen Wettbewerb durch Forschung und Innovation stark zu positionieren. Horizon ist damit auch das Hauptinstrument, um zentrale Zielsetzungen der europ\u00e4ischen Forschungs- und Innovationspolitik zu adressieren, die wiederum im Europ\u00e4ischen Forschungs- und Bildungsraum ihren Niederschlag finden.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\n<p style=\"font-weight: 400;\">Der Europ\u00e4ische Forschungsraum (EFR) ist in Form einer Zielbestimmung im EU-Prim\u00e4rrecht verankert (Artikel 179 AEUV). Demnach soll ein europ\u00e4ischer Raum der Forschung geschaffen werden, in dem Freiz\u00fcgigkeit f\u00fcr ForscherInnen herrscht und wissenschaftliche Erkenntnisse und Technologien frei ausgetauscht werden. Viele nennen den EFR auch den \u201eBinnenmarkt des Wissens\u201c. Die Umsetzung dieser Zielbestimmung des EU-Vertrags erfordert vielf\u00e4ltige Reformen in jedem Mitgliedstaat der Union, um zu gew\u00e4hrleisten, dass die Karrieren von Forschenden, die Forschungsinfrastrukturen, die F\u00f6rderprogramme etc. m\u00f6glichst ohne Barrieren zwischen den EU-27 entwickelt werden.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\n<p style=\"font-weight: 400;\">Hinter dem Konzept des Europ\u00e4ischen Bildungsraums (EBR), das bis 2025 umgesetzt werden soll, steht hingegen die Vision eines Europas, in dem Auslandsaufenthalte zu Studien- und Lernzwecken zur Norm werden und Schul- und Hochschulabschl\u00fcsse EU-weit anerkannt werden. Neben der Muttersprache sollen junge Menschen noch weitere Sprachen lernen und alle, unabh\u00e4ngig von ihrem sozialen und wirtschaftlichen Hintergrund, Zugang zu hochwertiger Bildung haben \u2013 so einige der zentralen Zielsetzungen. Im Zentrum des Europ\u00e4ischen Bildungsraumes stehen die Qualit\u00e4t von Hochschulbildung, Inklusion und Gleichstellung, der \u00f6kologische und digitale Wandel sowie eine starke globale Positionierung europ\u00e4ischer Bildungssysteme.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\n<p style=\"font-weight: 400;\">Zur Konkretisierung und Umsetzung der Vorhaben des neuen EFR wurde ein neues Gremium mit dem Namen \u201eERA Forum for Transition\u201c eingerichtet, das von der Europ\u00e4ischen Kommission geleitet wird und sich zus\u00e4tzlich aus VertreterInnen der 27 Mitgliedstaaten und assoziierten L\u00e4ndern zusammensetzt.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\n<p style=\"font-weight: 400;\">In Bezug auf die Zielsetzungen des EBR soll die neue Strategie f\u00fcr Aus- und Weiterbildung 2030 eine wesentliche Rolle spielen. F\u00fcr 2025, dem Jahr der definitiven Umsetzung des EBR, ist eine Evaluierung geplant und 2030 sollen die Ziele endg\u00fcltig umgesetzt sein. Die zahlreichen Initiativen und Projekte werden vom Erasmus+ Programm finanziell gef\u00f6rdert.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\n<p style=\"font-weight: 400;\">In Verbindung mit den gesellschaftlichen Herausforderungen wurden in den letzten Jahren f\u00fcnf EU-Missionen definiert, wovon vier den Klimawandel adressieren. Im Rahmen der Missionen werden ganz konkrete Zielsetzungen definiert, wie z.B., dass es bis 2030 100 klimaneutrale St\u00e4dte in Europa geben soll. Missionen betreffen nicht nur den Forschungsbereich, sondern adressieren zahlreiche Politikfelder, die letztlich alle an einem Strang zu ziehen haben, um die jeweilige Zielsetzung zu erreichen. Neben technischen Innovationen sind zur Zielerreichung der Missionen auch soziale Innovationen gefragt.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\n<p style=\"font-weight: 400;\">Zur St\u00e4rkung der Beteiligung und des Europ\u00e4ischen Forschungsraumes werden Ma\u00dfnahmen zur F\u00f6rderung der Forschungs- und Innovationssysteme in den EU-L\u00e4ndern mit Nachholbedarf gesetzt und damit die Br\u00fccke zu den politischen Zielsetzungen, die mit dem EFR und dem EBR verbunden sind, geschlagen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\n<p style=\"font-weight: 400;\">Bis 2030 sollte ein Binnenmarkt f\u00fcr Wissenschaft und Forschung geschaffen und damit auch der EFR und der EBR zusammengef\u00fchrt werden, um u.a. Forschungskarrieren anzugleichen, durchl\u00e4ssige Aus- und Weiterbildungssysteme und damit verbunden auch einen gemeinsamen Arbeitsmarkt f\u00fcr Forschende zu schaffen, die auch Zugang zu exzellenten europ\u00e4ischen Forschungsinfrastrukturen haben.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\n<p style=\"font-weight: 400;\">Sowohl der EFR als auch der EBR befinden sich jedoch bereits jetzt in Ver\u00e4nderung. In den letzten Jahren sind sowohl im EFR als auch im EBR viele Initiativen gestartet worden, die es nun zu b\u00fcndeln und besser aufeinander abzustimmen gilt. Letztlich erscheint daher eine Zusammenf\u00fchrung des Europ\u00e4ischen Bildungsraums und des Europ\u00e4ischen Forschungsraums in einen einzigen Innovationsraum sinnvoll.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\n<p style=\"font-weight: 400;\">Unter Kommissionspr\u00e4sidentin Von der Leyen sind die Initiativen im Bildungs- und Forschungsbereich massiv gestiegen sowie deren Verzahnung mit anderen Politikbereichen \u2013 insbesondere mit dem Arbeits- und Sozialbereich, aber auch in Bezug auf Digitalisierung. Ein neuer Bildungsraum soll wie erw\u00e4hnt bis 2025 geschaffen werden, neue individuelle Lernkonten f\u00fcr alle Europ\u00e4erInnen sollen eingef\u00fchrt werden und vieles mehr.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\n<p style=\"font-weight: 400;\">Das hat zu einem Wildwuchs an R\u00e4umen, Rahmen und sonstigen Soft-Instrumenten gef\u00fchrt. Eine kontinuierliche Verschr\u00e4nkung der verschiedenen Politikbereiche erscheint sinnvoll, da die Globalisierung trotz aller Konflikte und Herausforderungen, im europ\u00e4ischen Bildungs-, Forschungs- und Innovationsraum weiter voranschreitet. Um die St\u00e4rken Europas im Bildungs- und Forschungsbereich stark ausspielen zu k\u00f6nnen, sollten die verschieden existierenden R\u00e4ume zu einem Innovationsraum mit klaren einfachen Governance-Strukturen geb\u00fcndelt werden. Gemeinsame regelm\u00e4\u00dfige Ratstreffen der Forschungs- und BildungsministerInnen k\u00f6nnten hierf\u00fcr institutionalisiert werden, gefolgt von einer st\u00e4rkeren Verzahnung der bestehenden High Level Gruppe auf Ebene des h\u00f6heren Managements der jeweiligen Ministerien (Sektionschefebene) und, darunter, entsprechender Arbeitsgruppen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\n<p style=\"font-weight: 400;\">Horizon Europe ist ein hochwirkungsvolles Instrument zur St\u00e4rkung und Positionierung der europ\u00e4ischen Wissenschafts- und Innovationskapazit\u00e4ten im globalen Wettbewerb. Die Umsetzung der f\u00fcnf EU-Missionen zur Bew\u00e4ltigung zentraler gesellschaftlicher Herausforderungen erfordert nicht nur Ma\u00dfnahmen auf europ\u00e4ischer Ebene, sondern auch auf Ebene der Mitgliedstaaten. Zahlreiche Initiativen und Vorbereitungsprojekte sind sowohl auf EU-Ebene als auch auf jener der Mitgliedstaaten in unterschiedlichen Intensit\u00e4ten am Laufen. Hier gilt es eine strategisch intelligente Zusammenschau sicher zu stellen, sowohl in Bezug auf die Governance-Ebene als auch in Hinblick auf die Implementierung von Projektergebnissen und damit in Richtung Impact der Missionen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\n<p style=\"font-weight: 400;\">Auch eine Indexierung und Flexibilisierung der EU-Forschungs- und Bildungsausgaben sollte angestrebt werden. Angesichts der aktuell hohen Inflation und einer m\u00f6glichen neuen Wirtschaftskrise aufgrund der Pandemie und des Krieges in der Ukraine, m\u00fcssen die derzeitigen Ausgaben in Bildung und Forschung zumindest beibehalten werden. Das kann durch eine j\u00e4hrliche Indexierung der Bildungs- und Forschungsausgaben erreicht werden. Damit w\u00e4re eine nachhaltige Finanzierung gesichert, die Wohlstand f\u00fcr die Zukunft Europas bringt.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Andererseits m\u00fcssen die Flexibilisierungsm\u00f6glichkeiten von Erasmus+ und Horizon Europe weiter ausgebaut werden, sodass diese schneller und effizienter auf neue Krisen reagieren k\u00f6nnen. Es sollte ein Krisenfonds innerhalb der Programme geschaffen werden, der schnell und unb\u00fcrokratisch f\u00fcr erste Ma\u00dfnahmen bei zuk\u00fcnftigen Krisen eingesetzt werden kann.<\/span><\/p>\n","protected":false},"featured_media":1028,"template":"","class_list":["post-980","themenkapitel","type-themenkapitel","status-publish","has-post-thumbnail","hentry"],"acf":[],"aioseo_notices":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.buergerforum-europa.at\/sv\/wp-json\/wp\/v2\/themenkapitel\/980","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.buergerforum-europa.at\/sv\/wp-json\/wp\/v2\/themenkapitel"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.buergerforum-europa.at\/sv\/wp-json\/wp\/v2\/types\/themenkapitel"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.buergerforum-europa.at\/sv\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1028"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.buergerforum-europa.at\/sv\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=980"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}